Infiziert Corona jetzt auch den Immobilienmarkt?

Die Covid-19 Pandemie zieht starke Folgen im Weltwirtschaftssystem nach sich, die Börsenkurse fallen rapide. Durch abgesagte Messen und Besichtigungen macht sich der Virus auch in unserer Branche bereits bemerkbar. Vielerorts sind dramatische Ankündigungen über mögliche Langzeitfolgen von Covid-19 auf den Immobilienmarkt zu lesen. Doch was steckt wirklich dahinter?



Wie sich nun dank einer ersten Untersuchung durch ImmoScout24 und Sprengnetter zeigt, sind die drastischen Zukunftsvisionen keine faktenbasierten Aussagen, sondern reine Spekulation. Die Datenanalyse durch Sprengnetter klärt über die aktuelle Lage auf und gibt uns außerdem eine klare Tendenz für die Zukunft des Immobilienmarktes.

ImmoScout24 hat seit dem 1. Februar 2020 auf Stichtagbasis die Veränderungen von Preisen und Angebot im Miet- und Eigentumssegment, sowie Einfamilienhäusern, in den 10 größten Metropolen Deutschlands dokumentiert. Wie sich nach Auswertungen dieser Daten zeigt, ist der Immobilienmarkt trotz der Corona-Pandemie sehr stabil. Zwar hat der Nachfrage-Überhang etwas nachgelassen, doch nach der Abnahme der Marktattraktivität ist wieder ein deutlicher Anzug von Angebot und Nachfrage zu verzeichnen.

Private Immobilienanzeigen erleben auf ImmoScout24 einen Boom. Leer stehende Ferienwohnungen werden vermehrt zur Miete inseriert. Hier erleben wir seit Mitte März einen Zuwachs von 27 Prozent in den Top 7 der deutschen Metropolen. Dabei stieg vor allem innerhalb der letzten beiden Wochen nicht nur das Angebot wieder deutlich, sondern auch die Nachfrage nahm wieder zu. Die Exposés wurden nun 16 Prozent häufiger angesehen. Dabei kam es ebenso zu einem Anstieg der Kontaktanfragen durch Interessenten, in Höhe von 18,2 Prozent. Das heißt: Angebot und Nachfrage nähern sich wieder den Normalwerten des Immobilienmarktes, wie sie vor der Corona-Pandemie herrschten.

Auch die Anfragen zur Immobilienfinanzierung kehrten nach einem zwischenzeitlichen Tiefschlag schnell wieder zurück. Außerdem sind Immobilien als Wertanlage nach wie vor sehr attraktiv im Vergleich zu Aktien, Fonds oder Staatsanleihen. Da vor allem der Wohnimmobilienmarkt zeitverzögert reagiert, könnte es innerhalb der nächsten 12 Monate teilweise regional zu Stagnationen oder Preisrückgängen kommen.

ImmoScout24 und Sprengnetter sind überzeugt, dass wir aufgrund der staatlichen Stützungsprogramme sowie den anhaltend niedrigen Zinsen, mit einer langanhaltenden hohen Kaufkraft auf dem Immobilienmarkt rechnen dürfen.

Ebenso positiv ist zu verzeichnen, dass die Geschäftstätigkeit wenig unter der aktuellen Lage leidet. Innovationen werden nun stärker voran getrieben, die Digitalisierung profiliert sich. Kundengespräche finden in Videokonferenzen statt und Besichtigungen werden virtuell geführt.

Obwohl also niemand genau vorhersagen kann, wie die Zukunft nach Covid-19 aussehen wird, so ist die Aussicht für den Immobilienmarkt sehr gut. Kleinere Einbrüche haben sich schnell wieder stabilisiert und Angebot und Nachfrage steigen wieder deutlich an. Auch ist nach wie vor mit genug Kapital auf dem Markt zu rechnen.

Es gibt tatsächlich wieder Rückenwind! Sie können der Zukunft also optimistisch entgegen sehen.

Quelle: Immobilienscout24.de